Vitamin-E

Vitamin-E (Tocopherol) bezeichnet eine Gruppe von 8 fettlöslichen Substanzen mit ähnlicher aber unterschiedlich starker Wirkung im menschlichen Organismus.

Die wichtigsten Vertreter davon sind alpha-, beta-, gamma- und delta-Tocopherol. Die Wirkungsintensität fällt, ausgehend von alpha-Tocopherol als stärkste Variante, ab bis zu gamma-Tocopherol als schwächste Form. Zur Vereinfachung wird jede Tocopherol-Art in ein Tocopherol-Äquivalent umgerechnet.
1 mg Tocopherol-Äquivalent  (1,49 I.E.) = 1 mg   D-alpha-Tocopherol = 2 mg D-beta-Tocopherol = 10 mg D-gamma-Tocopherol = 100 µg D-delta-Tocopherol.

Zusätzlich wird unterschieden zwischen dem natürlichen und effektiveren D-alpha-Tocopherol (0,67 mg = 1 I.E.) und synthetischem DL-alpha-Tocopherol (0,9 mg = 1 I.E.).
Weitere Formen wie D-alpha-Tocopherolacetat (1 mg = 1,36 I.E.) und DL-alpha-Tocopherolacetat (1 mg = 1 I.E.) sind ebenfalls gebräuchlich.

Vitamin-E ist, besonders in Kombination mit Selen, ein wichtiges „Antioxidans". Es macht  freie Radikale unschädlich und verlangsamt die Zellalterung. Außerdem bindet es gefährliche Nitrosamine im fetten Milieu, sowie dies Vitamin-C in wässriger Umgebung zu tun vermag.

Es wirkt blutdrucksenkend, antithrombotisch und entzündungshemmend. Tocopherol schützt die roten Blutkörperchen und macht sie flexibel, erweitert die Kapillargefäße, verbessert den Sauerstofftransport und kann arteriellen Verschlusskrankheiten wie Koronarsklerose, Claudicatio intermittens und Schlaganfall vorbeugen.
Es senkt den Insulinbedarf bei Diabetikern und beeinflusst den Fett-, Kohlenhydrat- und Wasserhaushalt.

Besonders wichtig ist Vitamin-E für die Entwicklung und Funktion von Nerven, Haut, Bindegewebe und Muskulatur. Es lindert nächtliche Beinkrämpfe (in Kombination mit Calcium und Magnesium) und Muskelkater, hält Haut, Gefäße, Bindegewebe und Sehnen elastisch und verbessert die Wundheilung.
Vitamin-E reduziert die Bildung von Alters- und Leberflecken, übermäßigem Narbengewebe und Schwangerschaftsstreifen (in Kombination mit Calciumpantothenat).
In der Behandlung von Bindegewebserkrankungen wie z.B. Dupuytrenscher Kontraktur (Verhärtung des Bindegewebes/der Sehnen der Handinnenfläche) und Sklerodermie erwies sich Vitamin-E als sehr effektiv.
Auch hartnäckige Akne und Menstruationsstörungen lassen sich oft durch eine gezielte Vitamin-E-Zufuhr verbessern.

Vitamin-E-Mangel kann sich z.B. durch Muskelschwund, Bindegewebsschwäche, Anämie (trotz Eisenzufuhr), Myositis, „Verkalken" des Muskelgewebes, häufige Muskelrisse, Netzhauterkrankungen (Ablösung), Warzen und Störungen der Schilddrüsen- und Leberfunktion bemerkbar machen. Auch Deformationen der roten Blutkörperchen können die Folge einer Tocopherol-Unterversorgung sein.

Tagesbedarf 10-30 I.E.. Der Bedarf erhöht sich analog der Aufnahme von mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Frauen, die Hormone oder die Pille nehmen benötigen ebenfalls mehr Vitamin-E.

Anorganisches Eisen (Eisensulfat) zerstört Vitamin-E. Es sollten daher mind. 8 Stunden zwischen der Einnahme liegen.

Sonstige Namen für diesen Wirkstoff

Tocopherol